Was kostet ein Restaurant 2026? Die Posten, die keiner einplant
Jeder Gastronom kennt seinen Wareneinsatz und seine Personalkosten. Über diese beiden Zahlen wird in jeder Küche gestritten, jede Woche, manchmal jeden Abend.
Darunter liegt eine zweite Ebene: ein Dutzend kleiner Rechnungen, die einmal im Monat oder einmal im Jahr kommen und selten jemand genauer ansieht. Keine davon ist für sich eine Krise. Zusammen sind sie oft der Unterschied zwischen einem ordentlichen und einem schlechten Jahr.

Die großen zwei, kurz
Personal. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 € pro Stunde, zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 € (Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung). Weil die Minijob-Grenze an den Mindestlohn gekoppelt ist, stieg sie mit: auf 603 € im Monat (Minijob-Zentrale). Das klingt nach mehr Spielraum, bedeutet aber auch, dass eine Aushilfe im Minijob rechnerisch nur noch gut 43 Stunden im Monat arbeiten kann. Für Betriebe, die stark auf Aushilfen setzen, ist das relevant: Im Gastgewerbe gab es Mitte 2025 laut DEHOGA-Zahlenspiegel rund 1,13 Millionen geringfügig Beschäftigte, 6,7 % mehr als 2019.
Wareneinsatz. Nahrungsmittel wurden 2025 im Schnitt um 2,0 % teurer. Die Preise für Gaststättendienstleistungen stiegen im selben Jahr um 4,0 %, deutlich stärker als die Inflation insgesamt mit 2,2 % (Destatis). Ein guter Teil der Preiserhöhungen in der Gastronomie hatte also mit Löhnen, Energie und Fixkosten zu tun, nicht nur mit dem Einkauf.
Beide Posten sind real. Beide werden aber in den meisten Betrieben laufend beobachtet. Gefährlicher sind die Kosten, die als Monatsabrechnung kommen.
Die zweite Ebene: Posten, die keiner prüft
In fast jedem Betrieb finden sich dieselben Kandidaten:
- Gebühren für Kartenzahlung. Jede Kartenzahlung kostet einen kleinen Prozentsatz plus manchmal eine feste Gebühr. Weil immer mehr Gäste mit Karte oder Handy zahlen, wächst dieser Posten mit dem Umsatz, ohne dass jemand die Konditionen nachverhandelt.
- Provisionen von Lieferplattformen. Sie sind variable Kosten, die sich als Marketing ausgeben. Was eine Bestellung über eine Plattform wirklich einbringt, zeigt erst der Vergleich der Marge pro Bestellung über alle Kanäle.
- Energie. Großküchengeräte, Kühlung und Spülmaschine laufen im Hintergrund. Ein alter Kühlraum ist eine Rechnung, die man monatlich bezahlt, ohne sie zu sehen.
- Versicherungen. Verlängern sich jährlich, werden selten verglichen.
- Lizenzen und Beiträge. Musik im Gastraum muss lizenziert werden, dazu kommen Rundfunkbeitrag für die Betriebsstätte, Kammerbeiträge und Abfallgebühren. Einzeln klein, zusammen spürbar.
- Software-Abos. Der Posten mit dem stärksten Wachstum der letzten zehn Jahre.
Software: das stille Wachstum
Vor zehn Jahren bestand die Technik eines Restaurants aus einer Kasse. Heute kommen Reservierung, Dienstplan, Warenwirtschaft, Buchhaltung, Website, Newsletter, Bewertungsverwaltung und eine Speisekarten-Lösung dazu. Jedes Abo ist für sich vernünftig. Zusammen sind es oft Hunderte Euro im Monat, verteilt auf so viele kleine Abbuchungen, dass keine einzelne auffällt.
Die Prüfung ist einfach: Einmal im Jahr alle wiederkehrenden Abbuchungen auflisten, notieren, wofür sie da sind, und alles markieren, was doppelt ist oder seit drei Monaten niemand geöffnet hat. Achten Sie dabei auf die Gebühren hinter den Gebühren: Einrichtung, Kosten pro Änderung, jährliche „Update-Pauschalen“, vorgeschriebene Hardware und Provisionen auf Umsatz.

Dann die eigentliche Frage: Welche Werkzeuge dürfen Geld kosten, und welche nicht? Kasse und Zahlungsabwicklung tragen echte Infrastruktur und gesetzliche Pflichten. Eine Speisekarte sollte dagegen kein nennenswerter Posten sein.
MenuOnGo ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieser Teil aussehen kann: ein kostenloser Tarif, der nicht nach 30 Tagen abläuft, keine Provision auf irgendetwas, das Sie verkaufen, keine neue Kasse und keine Hardware, keine App für Ihre Gäste und keine Gebühren für Einrichtung, Änderungen oder Updates. Die KI baut die Karte aus einem Foto Ihrer jetzigen in etwa zwei Minuten, der Umstieg kostet also einen Nachmittag, kein Projekt. In einem Jahr, in dem es darum geht, versickerndes Geld zu finden, ist das ein Posten weniger, über den Sie nachdenken müssen. Ehrlicherweise: Im kostenlosen Tarif kann auf der Karte unaufdringliche, gekennzeichnete Werbung erscheinen.
Was am Ende zählt
Die Margen waren schon vor den letzten Jahren dünn. Die Botschaft ist nicht, wegen einzelner Posten in Panik zu geraten. Sie lautet: Was Sie wöchentlich prüfen, ist meist schon optimiert. Was Sie jährlich oder nie prüfen, wahrscheinlich nicht. Dort liegt das Geld, das sich zurückholen lässt.

Die Kostenstruktur auf einen Blick
| Kostenblock | Wie oft meist geprüft | Wo der Hebel liegt |
|---|---|---|
| Wareneinsatz | wöchentlich | Überproduktion, Resteverwertung, kürzere Karte |
| Personal | wöchentlich | Bindung statt ständiger Neueinstellung, Planung |
| Kartenzahlung | selten | Konditionen vergleichen und nachverhandeln |
| Pacht und Nebenkosten | bei Vertragsverlängerung | Zeitpunkt der Verhandlung |
| Energie | monatlich, passiv | Geräte und Kühlung prüfen |
| Lieferplattformen | selten, nicht pro Kanal | Marge pro Bestellung vergleichen |
| Versicherungen, Lizenzen, Beiträge | jährlich | vergleichen statt automatisch verlängern |
| Software-Abos | fast nie | jährliche Inventur, versteckte Gebühren streichen |
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn in der Gastronomie 2026? Es gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde seit dem 1. Januar 2026. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €.
Wie viel darf eine Aushilfe im Minijob 2026 verdienen? Die Verdienstgrenze liegt 2026 bei 603 € im Monat. Bei 13,90 € Stundenlohn entspricht das gut 43 Arbeitsstunden.
Warum sind Restaurantpreise stärker gestiegen als Lebensmittelpreise? Weil der Wareneinsatz nur ein Teil der Kosten ist. 2025 stiegen die Preise für Nahrungsmittel laut Destatis um 2,0 %, die für Gaststättendienstleistungen um 4,0 %. Löhne, Energie und Fixkosten fließen in den Restaurantpreis mit ein.
Welche versteckten Kosten sollten Gastronomen prüfen? Vor allem Gebühren für Kartenzahlung, Provisionen von Lieferplattformen, Versicherungen, Lizenzen und Beiträge sowie Software-Abos mit Einrichtungs-, Änderungs- oder Update-Gebühren. Eine jährliche Inventur aller wiederkehrenden Abbuchungen reicht oft schon.
Muss eine digitale Speisekarte Geld kosten? Nicht unbedingt. Es gibt kostenlose Tarife, die dauerhaft funktionieren. Achten Sie darauf, dass es keine Scan-Grenzen, keine Provision und keinen QR-Code gibt, der nach einer Testphase abgeschaltet wird.
Quellen: Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (gesetze-im-internet.de); Minijob-Zentrale, Verdienstgrenze 2026; Statistisches Bundesamt (Destatis), Inflationsrate 2025 (PM 019/2026); DEHOGA Bundesverband, Zahlenspiegel IV/2025. Bilder: Pexels (frei verwendbar). Stand: Oktober 2026.
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