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QR-Code-Speisekarten in Deutschland: Was die Zahlen sagen

MenuOnGo Blog · Aktualisiert am

Wer nach Zahlen zur Verbreitung von QR-Speisekarten sucht, stößt schnell auf selbstbewusste Prozentsätze. Die Hälfte aller Restaurants nutze sie. Drei Viertel weltweit. Gäste würden mit QR-Karte so und so viel mehr bestellen.

Versuchen Sie einmal, eine dieser Zahlen bis zu ihrer Quelle zurückzuverfolgen.

Meistens endet die Spur im Blog eines Softwareanbieters, der einen anderen Anbieter zitiert, der eine internationale Zahl auf Deutschland überträgt. Das ist kein Skandal. Es passiert einfach, wenn es keine amtliche Zählung gibt. Und die gibt es hier nicht.

Nahaufnahme einer Person, die mit dem Smartphone einen QR-Code scannt

Was sich mit Sicherheit sagen lässt

Weder das Statistische Bundesamt noch ein Branchenverband veröffentlicht, wie viele Gastronomiebetriebe in Deutschland eine QR-Speisekarte einsetzen. Belastbar ist trotzdem einiges.

QR-Codes kamen mit der Pandemie in die Gastronomie. Zwischen 2020 und 2022 mussten Gaststätten in vielen Bundesländern Kontaktdaten ihrer Gäste erfassen, oft per QR-Code am Tisch. Dadurch haben sehr viele Menschen in kurzer Zeit gelernt, im Restaurant einen Code zu scannen. Die Karte hinter dem Code war für viele Betriebe der nächste Schritt.

Scannen war schon vorher üblich, nur nicht im Restaurant. Eine der wenigen älteren Zahlen stammt vom Digitalverband Bitkom: Ende 2020 gaben 24 % der Befragten ab 16 Jahren an, schon einmal einen QR- oder Barcode auf einer Lebensmittelverpackung gescannt zu haben, um mehr Informationen zu bekommen, nach 17 % im Jahr 2019 (Tageskarte). Die Zahl ist alt und betrifft den Handel, zeigt aber die Richtung, aus der die Gewohnheit kam.

Das Recht kennt die elektronische Karte ausdrücklich. Für Allergene erlaubt die Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung ausdrücklich elektronische Informationen, wenn sie unmittelbar und leicht zugänglich sind und vor Ort darauf hingewiesen wird. Für Preise verlangt dagegen § 13 der Preisangabenverordnung ein Preisverzeichnis am Eingang und Preise, die im Lokal ausliegen oder dem Gast vorgelegt werden. Eine reine QR-Lösung ohne jedes Papier ist in Deutschland deshalb selten die richtige Wahl. Was am Eingang hängen muss, erklärt unser Beitrag QR-Code für die Speisekarte drucken.

Was die kursierenden Zahlen vermutlich richtig sagen

Skepsis gegenüber einer bestimmten Zahl heißt nicht, dass der Trend erfunden ist. Einiges ist ziemlich sicher:

  • QR-Karten sind geblieben. Die Prognose von 2022, sie würden mit dem Ende der Kontaktnachverfolgung verschwinden, hat sich nicht erfüllt.
  • Sie sind ungleich verteilt. Häufig in Cafés, Bars, Biergärten, Systemgastronomie und Hotels, seltener in der gehobenen Küche, dort oft bewusst.
  • Kosten haben sie gehalten, nicht Hygiene. Weniger Neudrucke und sofortige Änderungen sind der Grund, warum Betriebe nicht zurückgegangen sind.
  • Die Meinung der Gäste ist gemischt. Die meisten Beschwerden betreffen schlecht gebaute Lösungen, nicht die Idee.

Diese Aussagen lassen sich vertreten. Ein exakter bundesweiter Prozentsatz nicht.

Person scannt einen QR-Code, der auf einem Bildschirm angezeigt wird

So lesen Sie eine QR-Statistik

Drei Fragen filtern das meiste Rauschen heraus:

  1. Wer hat die Umfrage gemacht, und finden Sie das Original? Endet die Spur in einem Anbieter-Blog statt bei einer Methodenbeschreibung, behandeln Sie die Zahl als Werbung.
  2. Wann wurde gefragt? Viele kursierende Zahlen stammen aus 2020 bis 2022, als QR-Codes Pflicht und Alltag zugleich waren.
  3. Deutschland oder weltweit? Weltweite Zahlen werden von Märkten nach oben gezogen, in denen Scannen schon lange vor der Pandemie selbstverständlich war.

Die Zahl, die wirklich zählt, ist Ihre eigene

Ob bundesweit 40 oder 60 % der Restaurants eine QR-Karte haben, beantwortet Ihre Frage nicht. Ihre Frage lautet: Nutzen Ihre Gäste Ihre Karte, und wo finden sie sie?

Das lässt sich messen. Wie oft wird Ihre Karte an einem Freitag geöffnet, wie oft an einem Dienstag? Öffnen Gäste sie am Tisch über den QR-Code oder vorher über Google Maps? Steigt die Zahl, nachdem Sie Ihren Google-Eintrag überarbeitet oder ein neues Tagesgericht gepostet haben?

Das ist ein guter Grund, statt eines PDF hinter einem Link eine echte Kartenlösung zu nutzen. MenuOnGo zeigt Ihnen mit Pro, wie oft Ihre Karte geöffnet wurde und über welchen Weg Gäste sie gefunden haben: über den QR-Code, über Google Maps oder über einen Link, den Sie geteilt haben. Gezählt wird serverseitig, ohne Cookies und ohne Tracking-Kennungen, Sie lernen also etwas über Ihre Kanäle, ohne einzelnen Gästen hinterherzulaufen. 30 Tage können Sie das gratis testen, und nach einer Woche haben Sie Ihre ersten eigenen Zahlen.

Hände halten eine Speisekarte an einem Restauranttisch

Verbreitete Aussagen und wie belastbar sie sind

Aussage Qualität der Quelle Wie Sie damit umgehen
„Die Hälfte der Restaurants in Deutschland nutzt QR-Karten“ keine amtliche Zählung, Herkunft meist unklar höchstens als grobe Richtung
„Drei Viertel der Restaurants weltweit nutzen QR-Karten“ weltweit, keine verlinkbare Primärstudie für Deutschland nicht brauchbar
„Mit QR-Karte bestellen Gäste X % mehr“ fast immer vom Anbieter selbst erhoben selbst testen
QR-Codes wurden 2020 bis 2022 massenhaft gescannt Kontaktdatenerfassung in vielen Bundesländern belastbar
Elektronische Allergeninformation ist zulässig § 4 LMIDV belastbar, mit Hinweispflicht vor Ort
Preisverzeichnis am Eingang bleibt Pflicht § 13 PAngV belastbar

Häufige Fragen

Wie viele Restaurants in Deutschland nutzen QR-Code-Speisekarten? Dafür gibt es keine amtliche Zahl. Weder das Statistische Bundesamt noch ein Branchenverband erfasst das. Kursierende Prozentsätze lassen sich meist nicht bis zu einer Primärstudie mit offengelegter Methode zurückverfolgen.

Seit wann gibt es QR-Speisekarten in der deutschen Gastronomie? Verbreitet haben sie sich vor allem ab 2020. Damals mussten Gaststätten in vielen Bundesländern Kontaktdaten erfassen, oft per QR-Code. Viele Betriebe haben danach auch die Karte digital angeboten.

Darf ein Restaurant nur eine QR-Speisekarte anbieten? Allergeninformationen dürfen elektronisch bereitgestellt werden, wenn vor Ort darauf hingewiesen wird. Für Preise verlangt § 13 der Preisangabenverordnung aber ein Preisverzeichnis am Eingang und Preise, die ausliegen oder vorgelegt werden. Ganz ohne Papier geht es deshalb meist nicht.

Warum unterscheiden sich QR-Statistiken so stark? Weil viele von Anbietern mit eigenem Interesse stammen, ungeprüft weiterzitiert werden, weltweite und deutsche Daten vermischen oder aus der Pandemiezeit stammen, als die Bedingungen ganz andere waren.

Was sollte ein Restaurant statt Branchenzahlen messen? Die eigene Nutzung: wie oft die Karte geöffnet wird, zu welchen Zeiten und über welchen Weg, ob über den QR-Code am Tisch, über Google Maps oder über einen geteilten Link.


Quellen: Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV), § 4 (gesetze-im-internet.de); Preisangabenverordnung (PAngV), § 13 (gesetze-im-internet.de); Bitkom-Umfrage zu QR-Codes auf Lebensmitteln (via Tageskarte, November 2020). Bilder: Pexels (frei verwendbar). Stand: Oktober 2026.

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